Was ist EMDR und wie
kann es bei Traumata helfen?
Wenn wir schlafen, verarbeitet unser Gehirn die Erlebnisse des Tages. In der sogenannten REM-Phase (Rapid Eye Movement) bewegen sich unsere Augen schnell hin und her. Man geht davon aus, dass diese Augenbewegungen dabei helfen, Informationen im Gehirn zu vernetzen und zu integrieren. Bei traumatischen Erlebnissen kann dieser natürliche Verarbeitungsprozess jedoch blockiert sein.
Wie ein unverarbeitetes Trauma wirkt
Ein schweres Trauma kann im Gehirn "steckenbleiben". Die Erinnerung wird nicht wie ein normales Erlebnis im Langzeitgedächtnis abgelegt, sondern bleibt im emotionalen Gedächtnis aktiv. Betroffene erleben das Trauma oft so, als würde es gerade erst passieren – durch Flashbacks, Albträume oder starke körperliche Reaktionen bei bestimmten Auslösern (Triggern).
Die EMDR-Methode: Den Verarbeitungsprozess wieder anstoßen
EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) ahmt den natürlichen Mechanismus der REM-Schlafphasen nach. In der Therapie leite ich Sie an, sich auf das belastende Erlebnis zu konzentrieren, während ich gleichzeitig durch Fingerbewegungen Ihre Augen hin und her bewege (bilaterale Stimulation). Alternativ können auch Töne oder Berührungen (Tapping) eingesetzt werden.
Diese Stimulation regt das Gehirn an, die blockierte Erinnerung neu zu verarbeiten. Die belastenden Bilder und Gefühle verblassen oft Schritt für Schritt und verlieren ihren Schrecken. Das Ziel ist nicht das Vergessen des Erlebnisses, sondern die emotionale Entlastung. Sie können sich danach an das Ereignis erinnern, ohne von den alten Gefühlen überflutet zu werden.
EMDR ist eine der am besten untersuchten Methoden zur Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) und wird weltweit von Fachgesellschaften anerkannt. Es ist ein strukturierter und schonender Weg, um alte Wunden heilen zu lassen und wieder mehr Stabilität im Hier und Jetzt zu finden.
Quellen & Urheberrecht
Inhalt: © Mag.a Silvia Christine Bors
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